#34erSaison
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Etappe 01 · Auswärts

Freiburg – eine kleine Werder-Odyssee

SC Freiburg – Werder Bremen 4:1

So., 30.08.2026 Europa-Park Stadion, Freiburg Anpfiff 15:30 Uhr

Die erste Etappe der #34erSaison begann nicht erst in Freiburg. Sie begann am Freitagabend auf einem Oberliga-Platz in Hamburg, führte über Dortmund, eine ziemlich abenteuerliche Zugfahrt und endete mit einem 4:1, das sportlich schon einmal freundlich auf den Abstiegskampf hinwies.

Trotzdem: Das war ein guter Start.

Oberliga-Spiel Concordia Hamburg gegen Altona 93 unter Flutlicht, eingeblendet der Endstand 3:4.
Freitagabend · Hamburg

Warm-up: Concordia gegen Altona

Am Freitagabend gab es zunächst das Warm-up in der Oberliga Hamburg: Concordia gegen Altona. Der Oberliga-Klassiker endete für mich als 3:4-Niederlage – ein Ergebnis, das schon einmal deutlich machte, dass dieses Wochenende offenbar nicht für torarme Fußballromantik vorgesehen war.

Das Spiel gehörte nicht zur offiziellen Zählung der #34erSaison. Die besteht ausschließlich aus den 34 Bundesliga-Spielen von Werder Bremen. Als Auftakt in ein Fußballwochenende war es aber genau richtig.

Die Gelbe Wand im Signal Iduna Park in voller Choreo vor dem Spiel Borussia Dortmund gegen Hamburger SV.
BVB – HSV 2:0 Beeindruckend die Gelbe Wand
Samstag · Dortmund

Der Dortmund-Prolog

Am Samstag ging es weiter zum Zwischenstopp auf halber Strecke nach Freiburg ins Westfalenstadion. Borussia Dortmund gewann gegen den HSV mit 2:0. Dortmund war dabei auch nur Reise-Prolog und Groundhopping-Bonus, aber ebenfalls keine Werder-Etappe.

Als ich 2000 Transfermarkt gegründet habe, habe ich immer gesagt: Wenn Transfermarkt eines Tages an einem Tag so viele Besucher hat, wie ins Westfalenstadion passen, dann habe ich es geschafft. Nach der zweiten Ausbauphase fasste das Stadion damals knapp 70.000 Zuschauer. Transfermarkt liegt heute bei ungefähr 3,6 Millionen Besuchern am Tag. Haken hinter.

Sonntag · Dortmund → Freiburg

Die Zug-Odyssee

Am Sonntagmorgen sollte der Zug in Dortmund um 7:32 Uhr starten und um 12:03 Uhr in Freiburg ankommen. Zunächst wurde eine Abfahrt um 8:09 Uhr und eine Ankunft um 12:18 Uhr angekündigt. Im Zug verschob sich die Prognose dann bereits auf 13:15 Uhr.

Die Begründung für die erste Verspätung lautete: Personen auf dem Gleis. Wenn man allerdings auf die Anzeigetafel schaute, konnte man feststellen, dass der Zug schon verspätet in Hamburg losgefahren war. Die Wahrheit lag also vermutlich – wie so oft bei der Bahn – irgendwo zwischen offizieller Durchsage und eigener Beobachtung.

Kurz darauf kam der nächste Hinweis: Wegen Gleisarbeiten konnte der Zug die gewohnte Strecke nicht fahren. Stattdessen gab es einen schönen Umweg am fast trockenen Rhein. Weniger schön war die angekündigte Verspätung von 90 Minuten. Um 10:40 Uhr folgte dann die Nachricht, dass der Halt in Freiburg komplett entfällt und der Zug am Flughafen Frankfurt endet.

Von dort ging die Odyssee weiter nach Mannheim. Der Anschluss nach Basel, der über Freiburg fahren sollte, war für 13:00 Uhr vorgesehen. In der App stand zunächst, dass der Zug nicht warten würde. Die mitreisenden Werder-Fans sahen das offenbar anders und eroberten den Zug gewissermaßen gemeinsam. Abfahrt war dann trotzdem erst um 13:25 Uhr, weil mehrere Personen wegen Überfüllung aussteigen mussten.

In Freiburg kam der Zug schließlich ungefähr um 14:45 Uhr an. Um 14:56 Uhr war ich im Hotel eingecheckt. Für den Weg ins Stadion blieb also nicht mehr viel Zeit. Mit dem Sonderbus für Gästefans ging es zum Europa-Park Stadion. Bratwurst und Bier wurden noch organisiert – und zum Anpfiff war ich tatsächlich im Stadion.

Geplante Ankunft
12:03 Uhr
Tatsächliche Ankunft
ca. 14:45 Uhr
Verspätung
ca. 2 Std. 42 Min.
Hotel-Check-in
14:56 Uhr
Anpfiff
15:30 Uhr
Reserve bis Anpfiff
34 Minuten
Horizontale Bildreihe aus sechs DB-App-Screenshots, die die wachsende Verspätung von 07:14 bis 12:52 Uhr dokumentieren.
Außenansicht des Europa-Park Stadions in Freiburg mit Schriftzug am Stadiondach.
Angekommen – mit deutlich weniger Zeitpuffer als geplant.
Mannschaftsfoto des Werder-Fanclubs 'Werder Odyssee' von 1996 in selbst gestalteten T-Shirts, vollständig und im Original-Bildausschnitt.
Rückblende · 1996

Die Werder Odyssey von 1996

Die Reise nach Freiburg fühlte sich irgendwann wie eine echte Werder-Odyssee an. Dass mich das an meinen alten Werder-Fanclub „Werder Odyssee" erinnert hat, war deshalb kein Zufall.

1996 war ich dort Mitglied – und habe damals nebenbei sogar das Logo entworfen. Auf dem alten Fanclub-Foto bin ich ebenfalls zu sehen. Drei Jahrzehnte später und mit einer ziemlich passenden Namensähnlichkeit ist die Odyssee nun wieder Teil meiner Werder-Geschichte.

Wer findet mich auf dem Foto?

Anpfiff 15:30 Uhr

Trainerperspektive, Suzuki und Abstiegskampf

Ich war natürlich ausgesprochen glücklich, das Spiel trotz der Anreise von Anfang an zu sehen. Ich hatte Plätze in der ersten Reihe und habe mich auch ein bisschen wie ein Trainer gefühlt. Vom Aufwärmen bekam ich allerdings nichts mit, was aus dieser Perspektive ein Highlight gewesen wäre. Dafür war der Platz großartig. So nah am Spielfeld sieht man plötzlich Details, die einem sonst entgehen.

Als Erstes ist mir aufgefallen, dass manche (Werder-)Verteidiger offenbar auf besonders kleine Schienbeinschoner setzen. Dabei musste ich nicht zuerst an die Verletzungsgefahr denken, sondern an die Wirkung auf den Gegner. Im Mittelalter war ein Ritter auch deshalb gefürchtet, weil er eine Rüstung trug. Wenn ein Stürmer dagegen einen scheinbar ungeschützten Verteidiger sieht, denkt er vielleicht: Der wird schon nicht besonders hart in den Zweikampf gehen oder beim Presslauf zurückziehen. Der einzige, der auf Schienbeinschoner früher verzichten konnte, war Uli Borowka.

Werder startete eigentlich ordentlich, aber danach wurde das Spiel aus Bremer Sicht immer unangenehmer. Spätestens nach dem 3:0 war für mich die Hoffnung auf einen Punktgewinn vorbei. Am Ende stand ein 4:1.

Und natürlich stand ich auch am Spielfeldrand im Expertenmodus mit dem Fragezeichen auf der Stirn: In der 61. Minute nahm Werder beide Stürmer gleichzeitig vom Platz. Ich war kurz unsicher, ob man bei dem Rückstand noch Tore schießen wollte – oder nur noch verhindern, dass Freiburg noch mehr Tore schießt. Die Wechsel waren auf jeden Fall nicht zielführend.

Besonders bitter für mich: Ausgerechnet Suzuki erzielte drei Tore für Freiburg. Im Transfermarkt-Managerspiel habe ich ihn selbst im Team und bekomme dafür vermutlich reichlich Punkte. Ich weiß nur noch nicht, ob ich mir diese Punkte ausgerechnet gegen Werder gewünscht habe. Auf jeden Fall werde ich in der Managerrunde wohl auch ein paar Sprüche kassieren.

Anzeigetafel im Europa-Park Stadion zeigt zur Halbzeit 2:0 für Freiburg gegen Werder Bremen.
Halbzeitstand: 2:0. Es sollte noch schlimmer kommen.

Nach dem ersten Spiel steht damit eine unbequeme Frage im Raum: Wird die #34erSaison eine Reise durch 34 Stadien – oder am Ende doch eine sehr aufwendige Abschiedstour? Für diese Sorge ist es nach dem ersten Spiel natürlich viel zu früh – aber meine Prognose auf cybersoccer.de ↗ ordnet Werder sowieso in der Tabelle ganz unten ein, wenn auch nicht auf einem Abstiegsplatz.

Nach dem Spiel · ZäpfleGarten

Transfermarkt, Fankultur und ein Pfandbecher

Das Spiel war sportlich ernüchternd, der Nachmittag war trotzdem ein Gewinn.

Schon vor dem Spiel hatte ich auf ein Treffen mit Transfermarkt-Usern gehofft. Durch die Zugverspätung war das leider nicht mehr möglich. Während der Halbzeit wurde ich dann aber an meinem 34erSaison-Trikot erkannt. Aus dem kurzen Moin wurde ein kleiner Plausch – so lang, dass ich erst zur 48. Minute wieder auf meinem Platz war. Den dritten Freiburger Treffer bekam ich deshalb von der Treppe aus mit.

Nach dem Spiel traf ich im ZäpfleGarten den User -BOMBER-. Wir sprachen über das Spiel, Fankultur, die unterschiedlichen Diskussionen im Freiburg-Forum und natürlich auch über die Entstehungsgeschichte von Transfermarkt. Sein Sohn ist als „Bomber Junior" ebenfalls auf Transfermarkt aktiv. Schon beeindruckend.

-BOMBER- war dank seines Superman-T-Shirts übrigens problemlos zu erkennen. Während die meisten Menschen im Stadion in Weiß, Rot oder Grün unterwegs waren, war sein T-Shirt ein ziemlich zuverlässiges Leitsystem.

Matthias im Gespräch mit -BOMBER- auf einer Bank im ZäpfleGarten nach dem Spiel.
Matthias und -BOMBER- sitzen zusammen, jeweils mit einem Bier in der Hand.
-BOMBER- erzählt gestikulierend von der Geschichte des SC-Freiburg-Forums.

Foto: Fanfoto

-BOMBER- ist seit vielen Jahren im SC-Freiburg-Forum auf Transfermarkt aktiv. Neben aktuellen Diskussionen über den Sport-Club beschäftigt er sich gern mit Vereinsgeschichte, Fankultur und Menschen, die den Freiburger Fußball geprägt haben.

In seinem persönlichen SC-Freiburg-Bomber-Blog finden sich deshalb keine bloßen Spieltagsmeldungen, sondern vor allem persönliche Erinnerungen und Gespräche – unter anderem im Interviewstil. Wer sich für den Sport-Club, seine Geschichte und die Stimmen rund um den Verein interessiert, sollte dort einmal stöbern.

Der -BOMBER- hat unser Treffen inzwischen tatsächlich in seinem Blog verewigt: Bomber-Rendez-vous ↗.

Mein Eindruck: Er gibt unser Gespräch ziemlich gut wieder 😉

Auf jeden Fall hat er gleich einen Fan zum Fotografen gemacht und nette Schnappschüsse erstellt.

Das war auch der Fan, der unbedingt meinen Pfandbecher haben wollte, weil dieser mit dem Emblem so selten ist. Als „Gegenleistung" gab er mir ein neues Bier aus.

Signierter SC-Freiburg-Pfandbecher mit Vereinswappen und Unterschriften mehrerer Spieler.
Der Pfandbecher, um den es beim kleinen Tauschgeschäft ging.
Fazit

Danke, Freiburg

Die Anreise war eine komplette Bahn-Odyssee. Das Spiel war mit 1:4 ein sportlicher Fehlstart. Und trotzdem war die erste Etappe ein guter Beginn der #34erSaison.

Ich habe interessante Fans getroffen, neue Geschichten gesammelt und wieder gemerkt, wie viel Spaß Fußball-Small-Talk macht. Genau darum soll es bei diesem Projekt gehen: 34 Werder-Spiele, viele Wege, viele Menschen und immer wieder die Rückkehr in die Rolle als Fan.

34 Spiele. Eine Saison. Wieder nur Fan.

Werder-Gästeblock mit grün-weißer Fahnen-Choreo und dem Schriftzug 'Adelante SVW' im Europa-Park Stadion.
Der Gästeblock ließ sich vom Ergebnis nicht die Laune verderben.
Zahlen zur Etappe

Statistik-Kasten

Offizielle Etappe01 / 34
SpielSC Freiburg – Werder Bremen
Ergebnis4:1 (Halbzeit 2:0)
Lieblingsspieler der EtappeDariusz Stalmach
Warm-up (nicht zählend)Concordia – Altona 4:3
Reise-Prolog (nicht zählend)BVB – HSV 2:0
Bahn Dortmund–Freiburgca. 480 km*
Bahn Freiburg–Hamburgca. 780 km*
Straße Großhansdorf–Dortmundca. 320 km*
Bahnverspätung Hinfahrtca. 162 Minuten
Rückfahrtpünktlich
StadionplatzBlock O2, Reihe 1, Platz 25

*grob geschätzt, Luft-/Streckenkilometer gerundet