#34erSaison
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Etappe 07 · Auswärtsspiel

Käsekuchen im Hasekasten

1. FSV Mainz 05 – SV Werder Bremen 2:3

Sa., 24.10.2026 MEWA Arena, Mainz Anpfiff 15:30 Uhr 33.305 Zuschauer
Rückenansicht von Matthias im dunklen Werder-Trikot mit der orangefarbenen Aufschrift CYBERSOCCER, der Nummer 34 und #34erSaison. Er steht auf der Tribüne der MEWA Arena, links unten der Rasen, auf dem sich die Spieler warmlaufen, dahinter die rot besetzten Ränge im Gegenlicht.
Cybersoccer, Nummer 34 – diesmal sogar hinter der Eckfahne.
Anreise · Zug und Auto

Tagestour mit Umstieg in Frankfurt Süd

Diesmal eine Tagestour: morgens mit dem Zug Richtung Süden, abends wieder zurück. Ausgestiegen bin ich nicht in Mainz, sondern in Frankfurt Süd. Dort hat mich Jan-Christian Müller eingesammelt und mit zum Stadion genommen. ☀️🚆

Jan ist Journalist bei der Frankfurter Rundschau und musste heute arbeiten. Und Jan ist für mich nicht irgendein Journalist. Im März 2004 hat er in der FR über Transfermarkt geschrieben, ganzseitig, unter der Überschrift „Der Herr der Gerüchte“. Für eine Seite, die damals noch das Hobby von ein paar Fußballverrückten war, kam das einem Ritterschlag gleich.

Von Haustür zu Haustür war ich übrigens von 7:00 Uhr morgens bis 1:00 Uhr nachts unterwegs – 18 Stunden für gut 430 Kilometer Luftlinie. Fast ein Heimspiel…. 😄

Blaues Bahnsteigschild „Frankfurt (Main) Süd“ vor blauem Himmel mit Wolken, darunter Oberleitungen, ein weißer ICE und Altbauten, im Hintergrund ein Hochhaus.
Umsteigen in Frankfurt Süd.
Zeitungsseite „Thema Sport“ der Frankfurter Rundschau vom 15. März 2004 mit der Überschrift „Der Herr der Gerüchte“ und der Unterzeile „Matthias Seidels transfermarkt.de ist für die Fußballbranche längst unverzichtbar“, mit einem Porträtfoto des jungen Matthias und einem Bildschirmfoto der damaligen Website.
„Der Herr der Gerüchte“, Frankfurter Rundschau, 15. März 2004.
Auf der Fahrt

Zahlen, die alle gegen uns waren

Auf der Fahrt konnte ich mal wieder mit Zahlen und Statistiken glänzen. Mein „Angeberpapier“ hatte ich dabei: Quoten von acht Buchmachern, Modelle, Expertentipps. Das Problem war nur, dass die Zahlen alle Mainz als Gewinner gesehen haben. Der Markt gab Mainz 55 Prozent, Werder 22. Und von zehn Expertentipps hat kein einziger auf einen Werder-Sieg gesetzt, fünfmal stand dort ein 2:1 für Mainz.

Also war ich eher „zurückhaltend“ und habe auf der Fahrt nicht von Europa geträumt. Mein Kopf war bei einer 2:1-Niederlage, mein Bauch hat auf ein Unentschieden gehofft…. 😅

Vor dem Spiel

Im Hasekasten

Am Stadion hat Jan mich in den „Hasekasten“ geführt, wo er entgegen dem allgemeinen Trend Käsekuchen und Kaffee bestellte. 🍰☕ Grün-weiße Schals waren dort allerdings nicht erlaubt, also habe ich meine Jacke geschlossen und mein Schal ist im Rucksack verschwunden.

Um so fanfreundlicher waren die Gespräche mit den Mainzern, die mit ihren Tipps eher zurückhaltend-optimistisch waren. Zu uns gesellte sich auch Daniel Meuren, Journalist wie Jan und seit 2024 im Aufsichtsrat von Mainz 05, und neben der Spielanalyse waren natürlich wieder Daten das spannende Thema. Da war ich in meinem Element. 🤓

Drei Männer an einem Tisch in einer Stadiongaststätte, alle mit Brille: links Jan im hellen Strickpullover, in der Mitte Daniel Meuren mit Schirmmütze und heller Mainz-05-Trainingsjacke, rechts Matthias im grauen Poloshirt. Auf dem Tisch Becher, ein Pappteller mit Gabel und ein Portemonnaie, an der Wand ein großes Stadionfoto.
Im Hasekasten: Jan, Daniel Meuren und ich – der Schal ist im Rucksack. Foto: privat (WhatsApp von Jan)
MEWA Arena · Hauptgerade

Michael und ein Platz weit draußen

Vor dem Stadion traf ich dann meinen Freund Michael Amsinck, ehemals Geschäftsführer der SportA, der Sportrechteagentur von ARD und ZDF – und ein großer Werder-Fan. 💚

Wir haben dann auch die gleiche emotionale Fankurve durchlebt: erst die Euphorie, so überraschend 0:2 zu führen, dann der Anschlusstreffer, der vielleicht sogar Böses ahnen ließ, das befreiende 1:3, das ernüchternde 2:3 und schließlich die nervöse Schlussphase. Lange diskutiert haben wir auch die Umstellung auf die Fünferkette.

Und wir sehen uns bald wieder – nicht nur zu unserem traditionellen, jährlichen Kohl-und-Pinkel-Essen in einer sehr illustren Runde von Fußballexperten, sondern auch zum Nordderby Werder – HSV. 🥬

Bei bestem Wetter hatte ich diesmal Plätze, die zwar noch an der Hauptgerade lagen, aber doch schon weit weg von der Mittellinie, sogar hinter der Eckfahne. Wieder einmal eine andere Perspektive…. Abseits konnte man von dort nicht beurteilen. Dafür hatte ich einen sehr guten Blick auf die beiden Elfmeter von Niclas Füllkrug…. wenn ich nicht meinen Bier-Fail gehabt hätte. Was nützt die beste Sicht, wenn man nicht auf den Platz schaut…. 😄

Selfie von Matthias mit grün-weißem Werder-Schal vor dem Eingang der MEWA Arena: ein aufblasbarer roter Torbogen mit „Gude 05er“, an der Fassade große Spielerplakate mit „Auf geht’s Mainzer!“ und „Kämpfen & Siegen!“, davor Zuschauer auf dem Weg ins Stadion.
„Auf geht’s, Mainzer“ – ich bleibe trotzdem grün-weiß.
Selfie von Michael Amsinck mit weißem Haar und Brille und Matthias mit grün-weißem Werder-Schal auf der Tribüne der MEWA Arena, hinter ihnen Rasen und die voll besetzte Gegentribüne in Rot unter blauem Himmel.
Mit Michael Amsinck auf der Tribüne.
Blick von einem Platz nahe der Eckfahne flach über den Rasen der MEWA Arena, auf dem sich die Spieler warmlaufen, dahinter die Gegentribüne unter wolkigem Himmel, im Vordergrund Zuschauer und Ordner.
Mein Blick aufs Spielfeld. Abseits: nicht zu beurteilen.
Minute 7 und 25

Bier statt Elfmeter

Den ersten Elfmeter in der 7. Minute habe ich gesehen. Den zweiten in der 25. Minute nicht – da stand ich am Bierstand. 🍺

Man sollte meinen, wer eine eigene Bier-App hat, kennt sich mit dem richtigen Timing fürs Bier aus. Offensichtlich nicht. In Beerhop gibt es Extrapunkte für Biere, die noch keiner eingetragen hat – für ein Bier, das mich einen Füllkrug-Elfmeter gekostet hat, müsste es eigentlich Punktabzug geben. 🙈

Eigentlich darf man so etwas niemandem erzählen…. jetzt steht es im Internet. Das Foto mit dem Becher in der Hand und dem 0:2 auf der Anzeigetafel ist mein Beweisstück.

Die Anzeigetafel unter dem Stadiondach zeigt nach 6:50 Minuten 0:1 zwischen dem Mainz-05- und dem Werder-Wappen, darunter der Gästeblock mit grün-weißen Fahnen.
Eine Hand hält einen vollen Bierbecher vor die Tribüne, im Hintergrund zeigt die Anzeigetafel 0:2, rechts der Rasen und Spieler beim Aufwärmen an der Seitenlinie.
0:1 gesehen. 0:2 verpasst – das Beweisstück.
Gästeblock · Choreo

Die Choreo – zur Hälfte

Wegen der wirklich sehr am Rand liegenden Plätze konnte ich auch die Choreo nur so halb sehen. Glücklicherweise hat mir Jan per WhatsApp noch Bilder geschickt, wie es aussah, wenn man gute Plätze gehabt hätte: das grün-weiße „Werder – Im Norden die Nr. 1“ und „Ein Leben für Grün-Weiß“ im Gästeblock. Gegenüber hielten die Mainzer mit „Stadt und Verein für immer im Herzen“ dagegen.

Schräger Blick über die vollen Ränge auf den Gästeblock: Eine große grüne Blockfahne und weiße Papptafeln sind nur teilweise zu sehen, die Anzeigetafel zeigt nach 1:49 Minuten 0:0.
Die Choreo, so wie ich sie gesehen habe.
Der Gästeblock frontal: Eine riesige weiße Blockfahne im Trikot-Design mit Werder-Raute und dem Schriftzug WERDER, ringsum grüne und weiße Papptafeln, darüber die Videowand.
Der Gästeblock frontal: Eine riesige grün gestreifte Blockfahne, ringsum weiße Papptafeln, davor ein langes Spruchband „Ein Leben für Grün-Weiß“ über dem Tor.
Und so sah sie von guten Plätzen aus. Foto: Jan-Christian Müller
Die Mainzer Kurve im Gegenlicht: weiße und rote Papptafeln in Streifen, darunter ein rotes Spruchband „… und Verein für immer im Herzen“, vorne eine große Mainz-05-Fahne.
Die Mainzer Antwort.
Zweite Halbzeit

Bis zur 90.+5 spannend

Matchwinner war, wenn überhaupt, wieder mal Niclas Füllkrug, der seine beiden Elfmeter sehr nervenstark verwandelt hat. Arthur und Marco Grüll hatten sie herausgeholt. Füllkrug hat damit im sechsten Ligaspiel in Serie getroffen.

Eigentlich war es aber die ganze Mannschaft. Sie hat einfach gezeigt, wie sehr hier jeder für jeden kämpft und sich einsetzt. Das 0:2 nach 25 Minuten war, wie sich gezeigt hat, noch keine Entscheidung: Caci köpfte in der 33. Minute den Anschluss, Ludovit Reis stellte in der 61. auf 3:1, und nur zwei Minuten später machte Jae-Sung Lee wieder das 2:3. Danach hielt Karl Hein gegen Amiri, und Dinkci hätte in der Nachspielzeit noch alles klarmachen können. So blieb es bis zur 90.+5 spannend.

Blick entlang der voll besetzten Haupttribüne zum Stadiondach, die Anzeigetafel zeigt nach 61:10 Minuten 1:3, rechts die Werder-Ersatzspieler in gelben Leibchen am Spielfeldrand.
1:3 auf der Anzeigetafel – zwei Minuten später stand es 2:3.
Etappe 07 · Bilanz

Fazit

Ich war so happy. Vor dem Spiel war mein Kopf bei einer Niederlage und mein Bauch bei einem Unentschieden – und jetzt ein Auswärtssieg, der erste in dieser Saison. Und dazu Platz sechs in der Tabelle. Das ist ein Europapokalplatz. 🏆 Vor einer Woche habe ich noch vorsichtig „Europapokal“ gesungen, jetzt steht es in der Tabelle.

Und insgesamt macht es gerade einfach so viel Spaß, Werder zuzuschauen. 💚

Nach dem Abpfiff: Niclas Füllkrug in grüner Trainingsjacke geht barfuß über den Rasen in Richtung Eckfahne und Tribüne, im Vordergrund Zuschauer, ein Fotograf und ein Ordner, dahinter die sich leerende Gegentribüne.
Nach dem Abpfiff: Füllkrug läuft noch ein paar Extrameter….

34 Spiele. Eine Saison. Wieder nur Fan.

Wiederkehrend

Die drei Formate dieser Etappe

Die Zahl der Etappe
0 – so viele von zehn Experten haben auf einen Werder-Sieg getippt.
Der Mensch der Etappe
Jan-Christian Müller, Chauffeur, Käsekuchen-Rebell und Choreo-Fotograf.
Die Reisebilanz
18 Stunden von Haustür zu Haustür, gut 430 Kilometer Luftlinie – fast ein Heimspiel.
Zahlen zur Etappe

Statistik-Kasten

Offizielle Etappe07 / 34
Spiel1. FSV Mainz 05 – SV Werder Bremen
Ergebnis2:3 (1:2)
Tore0:1 Füllkrug (7., Elfmeter), 0:2 Füllkrug (25., Elfmeter), 1:2 Caci (33.), 1:3 Reis (61.), 2:3 Lee (63.)
Besondere SzeneDen zweiten Elfmeter am Bierstand verpasst
Lieblingsspieler der EtappeNiclas Füllkrug
Zuschauer33.305
SchiedsrichterFlorian Badstübner
StadionMEWA Arena, Mainz
BegleitungJan-Christian Müller, Daniel Meuren, Michael Amsinck
BegegnungenJan-Christian Müller (Frankfurter Rundschau), Daniel Meuren (Journalist, Aufsichtsrat 1. FSV Mainz 05), Michael Amsinck (ehemaliger Geschäftsführer der SportA, Werder-Fan)
AnreiseGroßhansdorf – Frankfurt Süd mit dem Zug, weiter mit Jan im Auto (7:00 bis 1:00 Uhr, rund 430 km Luftlinie)