#34erSaison
Etappe 08 / 34 ← Zur Startseite
Etappe 08 · Heimspiel

Platz fünf – fehlen nur noch 15 Tore

SV Werder Bremen – TSG Hoffenheim 2:0

Sa., 31.10.2026 Weserstadion, Bremen Anpfiff 15:30 Uhr 39.807 Zuschauer
Die Anzeigetafel des Weserstadions unter dem beleuchteten Stadiondach zeigt um 17:38 Uhr die Tabelle mit dem SV Werder Bremen auf Platz fünf. Darunter die sich leerende Tribüne.
Platz fünf, 17:38 Uhr.
Heimspiel · Anreise mit dem Auto

Mit Angeberpapier auf dem Stammplatz

Diesmal ein Heimspiel, also mit dem Auto aus Großhansdorf und wieder auf meinem Stammplatz im Weserstadion. Und weil ich frühzeitig da war, hatte ich reichlich Gelegenheit, mein „Angeberpapier“ unters Volk zu bringen.

Die Zahlen darin waren eindeutig. Hoffenheim kommt über unsere linke Seite, schlägt Flanken ohne Ende und gewinnt in der Luft mehr Duelle als jede andere Mannschaft der Liga. Werder war für die Buchmacher zu Hause Außenseiter, obwohl wir vier Plätze vor Hoffenheim standen. Und natürlich musste Werder unbedingt mit Fünferkette spielen, das hatte ich vorher sogar im Transfermarkt-Forum so aufgeschrieben.

Kurz: Ich konnte jedem erzählen und mit Zahlen belegen, dass wir chancenlos sind. 🤓

Einen Hoffnungsschimmer gab es dann doch. Bambasé Conté fiel bei Hoffenheim aus, ausgerechnet einer von denen, die mir auf unserer linken Seite Sorgen gemacht hatten. Also habe ich meinen Tipp im Stadion noch einmal angepasst: Der Kopf sagte eine klare 2:4-Niederlage voraus, der Bauch ein 2:0.

Das ist ja die Lieblingsfrage im Stadion: „Und, was glaubst Du?“ Die meisten rechnen mit einem Ergebnis als Antwort…. und nicht mit einem langen statistischen Vortrag samt anschließendem Kopf-und-Bauch-Tipp. 😄

Rückenansicht von Matthias im dunkelgrünen Werder-Trikot mit der orangefarbenen Aufschrift CYBERSOCCER, der Nummer 34 und #34erSaison, dazu ein grün-weißer Schal. Er steht auf der Tribüne des Weserstadions und blickt auf den Rasen und die voll besetzte Ostkurve.
Cybersoccer, Nummer 34 – wieder auf dem Stammplatz.
Begleitung

Luka, Anna und die grün-weiße Staffelübergabe

Begleitet haben mich diesmal mein Sohn Luka und seine Freundin Anna. 💚

Mit Luka hatte ich herrliche Diskussionen, weil er viele Spielszenen und Leistungen ganz anders sieht als ich. Aber in den grün-weißen Farben sind wir vereint – und das darf ich ruhig als erziehungstechnische Meisterleistung verbuchen. Luka ist nämlich in Hamburg aufgewachsen, und in seinem Umfeld gab es sehr viele HSV- und St.-Pauli-Fans. Ganz so schwer war es allerdings auch nicht, denn seine Kindheit fiel in Werders erfolgreichste Zeit Anfang der 2000er. Da hat der Fußball ein bisschen mitgeholfen.

Und auch Luka hat alles richtig gemacht, wenn es um die Weitergabe der Farben geht: Anna trug nicht nur einen grün-weißen Schal, sie hat auch die Werder-Hymne mitgesungen. Die nächste Generation ist also gesichert…. 😉

Selfie auf der Tribüne des Weserstadions, alle mit grün-weißen Werder-Schals: von links Luka in schwarzer Jacke, Matthias mit runder schwarzer Brille und Anna im hellen Mantel. Hinter ihnen weitere Zuschauer und das Blockschild N2.
Mit Luka und Anna – Grün-Weiß ist weitergegeben. Foto: Luka
Omen und Aberglaube

Luka gegen meine Aura

Die größte Herausforderung des Tages waren allerdings Omen und Aberglaube. Die letzten vier Spiele, die Luka live im Stadion gesehen hat, hat Werder verloren – und dabei kein einziges Tor geschossen.

Und daneben sitze ich, mit meiner Aura, dass meine #34erSaison ganz nebenbei der beste Werder-Saisonstart seit vielen Jahren ist. Aberglaube gegen Aberglaube also. Ich will nicht sagen, wer gewonnen hat…. aber Luka darf wiederkommen. 🍀

Nordtribüne · Choreo

Geburtstagschoreo zum Nachfeiern – von unten

Zum Anpfiff gab es noch einmal eine große Choreo zum 100. Geburtstag des Weserstadions, sozusagen zum Nachfeiern. Für uns auf der Nordtribüne hieß das: Die ganze Nord verschwand unter einem riesigen Banner. 🎂

Die Anzeigetafel hatte vorher schon gewarnt, es werde zeitweise zu einer Überdeckung der Sichtbereiche durch Blockfahnen kommen. Stimmt. Von der Choreo habe ich deshalb vor allem die Rückseite gesehen, grün-weiß von unten.

Erst kurz nach dem Anpfiff wurde das Banner wieder heruntergezogen, und wir hatten wieder Blick aufs Spielfeld. Über der Ostkurve hing ihr Teil der Choreo noch eine Weile – das ist mein einziges Foto von der richtigen Seite.

Die Anzeigetafel um 15:13 Uhr mit der Überschrift „Wichtige Hinweise zur Choreo“: Rauchverbot von 15:15 bis 15:45 Uhr und zeitweise Überdeckung der Sichtbereiche durch Blockfahnen. Darunter die sich füllende Tribüne.
Die Vorwarnung: zeitweise Überdeckung der Sichtbereiche.
Selfie von Matthias mit Brille und grün-weißem Schal unter dem riesigen Banner: Über ihm leuchtet die Rückseite der Blockfahne in Grün und Weiß.
Die Nordtribüne unter dem Banner: Zuschauer stehen dicht gedrängt, über ihren Köpfen spannt sich die grün-weiße Rückseite der Blockfahne wie ein Zeltdach, einzelne Arme halten sie oben.
Hundert Jahre Weserstadion – von unten.
Blick von der Nordtribüne: Das Banner wird vor den Zuschauerreihen heruntergezogen und gibt den Rasen frei, auf dem das Spiel schon läuft. Im Vordergrund Zuschauer von hinten, einer schaut auf sein Handy.
Das Banner wird weggezogen, das Spiel läuft schon.
Blick über den Rasen auf die Ostkurve: Eine riesige grau-weiße Blockfahne bedeckt den Unterrang, die Anzeigetafel darüber zeigt nach 30 Sekunden 0:0 zwischen den Wappen von Werder und Hoffenheim. Am Tor winkt der Torwart in Orange.
Der Teil der Choreo über der Ostkurve.
Erste Halbzeit

Erste Halbzeit: Mein Angeberpapier und die Wirklichkeit

In der ersten Halbzeit zeigte sich schnell, dass vieles aus meinem Angeberpapier nicht passte. Keine überragende Kopfballstärke der Hoffenheimer, kein übermäßiger Druck über unsere linke Seite und auch kein torreiches Spiel. Und Werder spielte mit Viererkette. Ich hätte es anders gemacht – Daniel Thioune zum Glück nicht. 🙈

Zur Pause stand es 0:0, das gab es zuletzt in Dortmund.

Das Highlight der ersten Halbzeit war eine Rettungsaktion meines Lieblingsspielers des Tages: Kurz vor der Pause klärte Amos Pieper einen Kopfball von Hložek auf der Linie. Überhaupt hat Pieper das ganze Spiel über das verkörpert, was diese Mannschaft gerade ausmacht. Er wirft sich in jeden Ball, und jeder rennt für jeden. Werder-Tugenden, die wir lange vermisst haben.

Lieblingsspieler der Etappe also: Amos Pieper.

Zweite Halbzeit

Zweite Halbzeit: Dinkçi kann Fußball spielen

In der zweiten Halbzeit wurde Werder immer dominanter. Und natürlich war es Niclas Füllkrug, der in der 57. Minute mit dem 1:0 für Euphorie im Stadion sorgte, nach Vorlage von Torwart Karl Hein, der übrigens auch eine große Partie gespielt hat. Lücke hat damit im siebten Ligaspiel in Folge getroffen und den Werder-Rekord von Rudi Völler aus der Saison 1982/83 eingestellt. 📊

Die Anzeigetafel unter dem Flutlicht zeigt 1:0 zwischen den Wappen von Werder und Hoffenheim, darunter die Ostkurve mit grün-weißen Fahnen und im Vordergrund jubelnde Zuschauer auf der Nordtribüne.
1:0, Füllkrug. Sieben Spiele in Folge, wie Völler.

Bei meiner Live-Analyse auf der Tribüne fiel eigentlich nur einer ab: Eren Dinkçi, nach einer Viertelstunde für den verletzten Mitchell Weiser gekommen. Und da hatte ich sogar mal Konsens mit Luka.

Dann kam die 82. Minute. Regeer erobert den Ball, Grüll legt ab – wieder einmal Grüll – und Dinkçi schlenzt zum 2:0 ins Tor. Unser Vordermann drehte sich daraufhin zu uns um und sagte nur: „Seht Ihr, er kann Fußball spielen.“

Er hatte recht. Stürmer müssen Tore schießen, und Dinkçi hat geliefert. Danke, Dinkçi. Das Tor wurde dann auch entsprechend gefeiert. ⚽

Werder-Spieler in grün-weiß gestreiften Trikots jubeln gemeinsam an der Eckfahne vor der voll besetzten, feiernden Kurve. Rechts im Vordergrund geht ein Hoffenheimer Spieler im hellen Trikot über den Rasen.
Dinkçi kann Fußball spielen.

2:0 also. Genau das hatte mein Bauch getippt, auf das Tor genau. Der Kopf mit seinem 2:4 darf sich beim nächsten Mal hinten anstellen. 😄

Nach dem Abpfiff

Platz fünf

Zum Schluss stand die Mannschaft noch lange vor der Kurve und wurde zu Recht gefeiert. Erster Sieg zu Hause gegen Hoffenheim seit Jahren, das erste Spiel der Saison ohne Gegentor.

Die Mannschaft steht nach dem Abpfiff in einer langen Reihe vor der Ostkurve, in der viele große grün-weiße Fahnen wehen. Die Anzeigetafel oben zeigt 17:33 Uhr.
Lange vor der Kurve.

Und dann kam die Tabelle auf die Anzeigetafel. Werder auf Platz fünf. 💚

Die Anzeigetafel um 17:38 Uhr zeigt die Tabelle: Bayern München, Borussia Dortmund, SC Freiburg, RB Leipzig, auf Platz fünf SV Werder Bremen, dahinter Bayer 04 Leverkusen. Darunter die sich leerende Tribüne.
Platz fünf.

Was dann im Stadion los war, kann ich kaum beschreiben. Gefeiert wurde, als hätten wir gerade einen Titel geholt, und ich habe mitgefeiert, als hätte ich nie ein Angeberpapier geschrieben. Platz fünf nach acht Spieltagen – das hatten wir lange nicht.

Rückfahrt nach Großhansdorf

Rückfahrt mit Summen

Auf der Rückfahrt nach Großhansdorf habe ich dann die ganze Zeit vor mich hin gesummt: „Deutscher Meister wird nur der SVW“. 🎶

Und am Abend spielten Bayern und Dortmund auch noch unentschieden. Ich habe natürlich sofort nachgerechnet: Theoretisch wäre beim nächsten Spiel gegen Stuttgart sogar die Tabellenführung drin. Alle Mannschaften über uns müssten „nur“ verlieren, und Werder müsste mit 15 Toren Unterschied gewinnen…. mehr nicht. 😄

Jetzt muss ich nur noch meine Statistiken und Daten so drehen, dass das auch realistisch wird.

Etappe 08 · Bilanz

Fazit

Mein Kopf hat 2:4 getippt, mein Bauch 2:0. Vielleicht sollte ich das Angeberpapier künftig umdrehen: vorne der Bauch, hinten die Zahlen.

Lukas Fluch ist gebrochen, Werder steht auf Platz fünf, und diese Mannschaft zerreißt sich gerade für jeden Ball. So darf es gern weitergehen – meinetwegen auch mit etwas weniger als 15 Toren Unterschied.

34 Spiele. Eine Saison. Wieder nur Fan.

Wiederkehrend

Die Formate dieser Etappe

Die Zahl der Etappe
5 – Werders Tabellenplatz nach acht Spieltagen.
Der Mensch der Etappe
Anna – grün-weißer Schal, Werder-Hymne, und das als Freundin eines Hamburger Jungs in Grün-Weiß.
Zahlen zur Etappe

Statistik-Kasten

Offizielle Etappe08 / 34
SpielSV Werder Bremen – TSG Hoffenheim
Ergebnis2:0 (0:0)
Tore1:0 Füllkrug (57., Vorlage Hein), 2:0 Dinkçi (82., Vorlage Grüll)
Besondere SzenePieper klärt kurz vor der Pause auf der Linie
Lieblingsspieler der EtappeAmos Pieper
Mein TippKopf 2:4, Bauch 2:0
Tabelle danachPlatz 5
Zuschauer39.807
SchiedsrichterTobias Reichel
StadionWeserstadion, Bremen
BegleitungLuka und Anna
Anreisemit dem Auto aus Großhansdorf